Traumpfädchen Sayner Aussicht

Im Rhein-Mosel-Eifel-Land finden sich unzählige Möglichkeiten für Wanderungen. Zu unseren Favoriten zählen die Traumpfade und Traumpfädchen. Wie der Name schon vermuten lässt, haben die Traumpfädchen weniger Kilometer als die Traumpfade (meist zwischen 12-14 km).

Heute wollen wir euch als erstes der insgesamt zehn Traumpfädchen die „Sayner Aussicht“ vorstellen.

Ausgangspunkt ist der kostenfreie Parkplatz in der Koblenz-Olper-Straße 167

Schräg gegenüber des Parkplatzes führt die Jahnstraße über den Saynbach und zum Startpunkt des Traumpfädchens – und dann geht es auch schon direkt bergauf. Ein kurzer Anstieg über den Saynsteig bis zur Burg Sayn. Unterwegs müssen auf Grund der letzten Sturmschäden kreative Lösungen gefunden werden…

Ja der Weg führt tatsächlich hier durch!

Hier hat man erstmal Zeit zum Durchschnaufen und sollte sich die Zeit nehmen, um den herrlichen Blick ins Rheintal und über das Neuwieder Becken zu genießen! Die Burg an sich fanden wir jetzt weniger spektakulär, da es sich eher um eine Burgruine handelt.

Bezüglich der Öffnungszeiten schaut am Besten mal auf dieser Seite vorbei. Da wir vor dem 1. Mai hier waren, standen wir vor verschlossenen Türen und Flammkuchen gab es auch nicht – aber wir wollen ja auch wandern und nicht direkt futtern 😉

Wir verlassen den Burg-Vorplatz also auf der gegenüberliegenden Seite wieder und folgen dem Saynsteig weiter. Kurz nachdem man die Burg, dem Saynsteig folgend, umrundet hat, überquert man ein Metallgitter im Boden und dahinter biegt der Saynsteig scharf rechts ab.

Jetzt geht es erstmal gemächlich auf Waldwegen voran – mal ein bisschen hoch, mal ein bisschen runter…vor allem runter. Stellenweise geht es auch etwas holprig runter, sodass sich schon kleine ausgetrampelte Schleichwege um diese Stellen gebildet haben, wo man sich auch zur Not an dem einen oder anderen Baum festhalten kann.

Nach einigen Richtungswechseln geht es ein langes Stück geradeaus und irgendwann erblickt man das erste Mal zwischen den Bäumen die Abtei Sayn und den großen Friedhof im Brextal. Hier ist ein doch relativ langes Stück ohne ein Markierung, sodass wir schon nervös wurden, ob wir (mal wieder) irgendwo die falsche Abzweigung genommen haben. Also nicht nervös werden – wenn man die Oskarhöhe erreicht, ist man noch auf dem richtigen Weg!

Bei der Oskarhöhe handelt es sich um einen Aussichtspunkt, der nur wenige Meter neben und über dem Traumpfädchen liegt. Der kurze Abstecher (ca. 30 Meter) belohnt einen aber mit einem herrlichen Blick ins Rheintal. Jetzt bei der Beschilderung bloß nicht den Überblick verlieren, sondern den Serpentinen bergab folgen.


Die Serpentinen sind schmal. Ein gemütliches Wandern nebeneinander ist hier definitiv nicht möglich. Hier sind gute Schuhe und Trittsicherheit erforderlich. Sollte man doch mal Gegenverkehr von unten bekommen, dann am Besten in den Kurven warten – das sind die einzigen Stellen, die breit genug sind, dass zwei Personen aneinander vorbei kommen. Und so folgen wir den Kurven hinab ins Brexbachtal und genießen dabei den Blick sowohl nach unten ins Tal als auch nach oben, wo die Sonne zwischen den Bäumen durchstrahlt.

Zwischen den Bäumen sieht man schon eines der Viadukte der Brexbachtalbahn. Eine Fahrt mit der Brexbachtalbahn steht übrigens auch noch auf unserer to-do-Liste für die Region.

Unten im Brexbachtal angekommen, führt das Traumpfädchen unter dem Viadukt durch und biegt kurz danach nach links ab, wo eine Brücke über den Brexbach führt. Eine Bank lädt uns zum Verweilen ein mit Blick auf den Bach. Und während wir dem Murmeln des Brexbachs lauschen, werden die mitgebrachten belegten Brötchen gegessen. Wir wissen nämlich schon, dass uns gleich der „schlimmste“ Anstieg des Weges bevorstehen und stärken nochmal unsere Kräfte.

Uschi’s persönliche Bitte: Bitte nehmt euren Müll wieder mit! Auf der Strecke gibt es nur sehr, sehr wenige Mülleimer (aber wie hübsch ist denn auch ein Wanderweg, der von überfüllten Mülleimern gesäumt ist?!). Aber die Wanderer nach euch haben sicherlich wenig Lust sich benutzte Taschentücher und Plastikverpackungen anzuschauen. Von den Tieren, deren Lebensraum wir hier betreten, mal ganz zu schweigen.

So jetzt müssen wir uns von dem Blick auf den Bach wieder losreißen und der Anstieg Richtung Pulverberg beginnt. Die nächsten ca. fünf Minuten geht es in anstrengenden Schleifen bergauf. Die Wege sind auch hier nicht ganz einfach, sondern durchzogen von Wurzeln. Auch hier ist Trittsicherheit erforderlich! Einen kleinen Ausschnitt des Weges findet ihr auch in dem kurzen Video, welches wir für euch zusammen geschnitten haben. Das Video findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Wir treffen auf einen breiten Querweg. Quasi auf der gegenüberliegenden Seite des Querweges geht es weiter, wenn man dem Traumpfad Saynsteig oder dem berühmten Rheinsteig zum Pulverberg folgen will. Wir bleiben da lieber vorerst bei unserem kleinen Traumpfädchen und folgen dem breiten Weg nach rechts.

Das entspannte Durchatmen ist nur von kurzer Dauer. Der nächste Anstieg folgt direkt. Nach etwa weiteren fünf Minuten Aufstieg hat man es nun aber wirklich geschafft. Und wir können euch versprechen – jetzt ist der anstrengenste Anstieg geschafft =)

Wir haben für den Anstieg deutlich länger gebraucht, da wir unterwegs eine kleine Fotopause einlegen mussten. Ein kleiner vorwitziger Vogel hatte unsere Aufmerksamkeit erregt – wir hoffen, ihr könnt den Kleiber auf dem Bild erkennen.

Jetzt geht es auf einem breiten Waldweg weiter in Richtung Emma-Höhe. Da diese vom Weg aus überhaupt nicht spektakulär aussieht, sind wir erst dran vorbei gegangen. In der Kurve sehen wir aber einen herrlichen Blick ins Tal und drehen sofort um und laufen die wenigen Meter zur Emma-Höhe zurück, um den Ausblick noch besser genießen zu können. Eine wirklich verdammt steile Metalltreppe (passt beim Hoch- und Runtergehen wirklich gut auf) führt zu der Hütte und belohnt uns mit diesem Ausblick:

Ganz entspannt folgen wir dem breiten Waldweg auf dem Limesweg und laufen quasi einmal um das Brexbachtal herum. Das stellen wir spätestens fest, als wir von oben wieder auf das Viadukt der Brexbachtalbahn blicken. Auf einmal schreckt uns ein lautes Rascheln im Wald auf. Wir sehen gerade noch so, wie ein Reh im Unterholz verschwindet. Leider ist das Reh viel zu schnell und wir viel zu überrascht, sodass an ein Foto gar nicht zu denken war 😀

Saschas Klugscheißerwissen: Das weiß Hüpfende, was wir da im Wald gesehen haben, ist der weisse Fleck am Hinterteil von Rehen und anderen Wildtieren. Diesen nennt man „Spiegel“. Dieser dient unter anderem als Warnsignal und man kann daran auch das Geschlecht eines Rehes erkennen (Rehweibchen (Ricke) herzförmig und bei Böcken nierenförmig).

Viadukt der Brexbachtalbahn von der anderen Seite des Weges

Auf einmal sind wir verwirrt. Was macht den bitte eine Plastikrutsche mitten im Wald in den Bäumen? Der Weg führt uns direkt am Kletterwald Sayn vorbei. Was zumindest von unten so zu sehen ist, sieht ziemlich viel versprechend aus – in luftiger Höhe gibt es Rutschen, Autoreifen, Seile und viele andere Hindernisse, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erklettert werden können.

Der Weg führt uns weiter sanft hinab ins Tal. Wir kreuzen ein letztes Mal die Strecke der Brexbachtalbahn.

Während sich rechts eine dieser bequemen breiten Holzliegen befindet, von wo aus man den Blick auf Abtei Sayn genießen kann (vermutlich werden wir euch nie ein Foto von sowas zeigen können, weil die einfach immer belegt sind), führt uns das Traumpfädchen über einen kleinen, leicht verwilderten Pfad zur Abtei Sayn.

Das Weg kommt hinter der Abtei raus und führt dann zum Haupteingang. Wir kreuzen den Brexbachtal und eine kleine Grünanlage. Jetzt empfiehlt es sich doch nochmal zurückzublicken und einen Blick auf die Abtei zu werfen, die wir ja die ganze Zeit nur von „oben“ gesehen haben.

Abtei Sayn

Ab jetzt wird die Strecke deutlich urbaner. Wir queren den angrenzenden Parkplatz, an dessen hinterem Ende uns eine leicht versteckte Brücke über na? Ja genau, über den Brexbach führt. Hier zweigt der kleine Mühlenbach ab, der uns nun für ein kleines Stück links von uns begleitet. Wir gelangen nun auf den Hellenpfad (links mündet übrigens der Saynsteig ein) und folgen diesem. Rechts von uns ist nach zwei Kurven nun wieder der Brexbach. Nach einigen wenigen hundert Metern biegt das Traumpfädchen nun nochmal rechts ab und führt auf einem kleinen Trampelpfad noch etwas näher am Brexbach entlang.

Man läuft nun für wenige Minuten durch Sayn, was wir für einen Wanderweg jetzt nicht für so ganz gelungen halten, aber es sind, wie gesagt, wirklich nur wenige Minuten (schätzungsweise 2-3 Minuten). Dann erreichen wir auch schon das Schloss Sayn. Dahinter auf dem Berg ragt die Burg Sayn auf. Wir merken also, dass wir so langsam am Ende unserer 6,1 km langen Wanderung angekommen sind.

Der letzte Abschnitt des Traumpfädchens führt uns in den auf der anderen Straßenseite liegenden Schlosspark. Der Park ist knapp sieben Hektar groß. Uns zieht natürlich direkt der See an, der zentral im Schlosspark liegt. Dort werden wir nochmal mit einem herrlichen Fotomotiv belohnt. Am Ufer grast nämlich in aller Ruhe ein Nutria. Und als wäre es noch nicht genug dem Nager beim Gras mümmeln zuzuschauen, sonnt sich neben dran am Ufer noch Familie Nilgans mit ihren flauschigen Küken.

Ein Höhepunkt des Schlossgartens ist sicherlich der Garten der Schmetterlinge. Hier endet unsere heutige Tour und wir müssen nur noch die Straße überqueren, wo unser Auto wartet. Den Garten der Schmetterlinge, wo rund 1000 tropische Schmetterlinge in einer exotischen Landschaft leben, wollen wir unbedingt nach Corona mal besuchen. Irgendwie wird unsere to-do Liste immer länger und wir haben immer mehr Pläne, was wir noch machen wollen, je mehr wir reisen 😀

Garten der Schmetterlinge

Fazit: Die Strecke an sich ist sicherlich in der Kategorie „Mittel“ einzuordnen, da für einige Wegabschnitte eine Trittsicherheit wichtig ist und auch zwei Anstiege dabei sind, die es doch für den einen oder anderen in sich haben können. Den Titel „Sayner Aussicht“ trägt der Traumpfad absolut zu Recht, da man immer wieder mit herrlichen Aussichten belohnt wird. Der Großteil des Weges ist im Wald und somit sehr schön. Uns gefiel dieses Traumpfädchen sehr gut. Mal schauen, was wir in dieser Ecke als nächstes Laufen…vielleicht ja direkt den Traumpfad Saynsteig?

Auch das hier ist, ebenso wie die Gegend rund um den Laacher See, sicherlich kein empfehlenswertes und angenehmes Ausflugsziel in den Sommermonaten, wenn man sich auf den engen Serpentinen gegenseitig auf den Füßen rumtritt. Wir sind den Weg Anfang April an einem Donnerstagnachmittag gelaufen und sind nur sehr wenigen Fußgängern und ein paar rasenden, aber rücksichtsvollen, Mountainbikern begegnet.

Wir waren (ohne die etwas längere Essenspause) zweieinhalb Stunden unterwegs. Nehmt euch auf jeden Fall Zeit mit! Es geht nicht darum, in welcher Zeit man den Weg schafft. Genießt lieber den Blick nach rechts und links und schaut, was es da alles zu entdecken gibt. Hier ein paar abschließende Eindrücke vom Wegesrand:

Hier noch unser Video mit den gesammelten Eindrücken

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