Wäller Tour Augst

Heute haben wir die Gegend um die Mosel mal verlassen und sind zum Wandern in den Westerwald gefahren. Insgesamt zehn Wäller Touren gibt es hier zu entdecken. Wir haben uns heutefür die Wäller Tour Augst entschieden.

  • Weglänge: 13,7 km
  • Höhenmeter: 381 Meter Anstieg
  • Dauer: wir haben knapp 3 Stunden gebraucht (Laut Informationstafel liegt die Dauer bei ca. 3,5-4 Stunden)
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Trittsicherheit erforderlich
  • Wegebeschaffenheit: 53% Naturwege, ansonsten befestigte Wege und nur wenig Asphalt
  • Start-/Endpunkt: Neuhäusel
  • Wer sich die Tour nochmal anschauen möchte, findet sie auf Komoot.

Achtung: Der Parkplatz hat an der Einfahrt eine Höhenbegrenzung bei 2,3 m – ist also für bspw. Wohnmobile nicht befahrbar.

Wanderparkplatz und Beginn der Tour


„Meiner Natur ganz nah“ – so lautet die Überschrift einer Infotafel, die uns direkt am Parkplatz begrüßt und uns vor Abmarsch noch mit ein paar Informationen zu der Strecke, wie beispielsweise den Höhepunkten der Tour, versorgt.

Wir starten unsere Tour auf dem Schotterweg, der vom Parkplatz los geht und uns direkt zu dem Tennisclub führt, der sich hinter der Kurve versteckt. Dahinter führt uns der Wegweiser nach rechts, sodass wir letztlich ein großes U gelaufen sind und uns jetzt unterhalb des Parkplatzes befinden. Wer mag kann einfach direkt vom Parkplatz aus hinter den Informationstafeln dem Trampelpfad am Wald folgen und kommt dann so auch auf den Weg – ohne den Tennisplatz einmal zu umrunden 😉

Der Feldweg führt und erst auf einer Höhe durch die Felder bis er dann etwa 300 Meter links abbiegt und wir bergab direkt auf Kadenbach zulaufen. Kurz bevor wir die ersten Häuserecken erreichen, geht der Weg nach rechts ab. Vorbei an einigen verwahrlosten und lieblosen Gärten laufen wir auf die Straße zu, die Kadenbach und Neuhäusel verbindet. Ein unschönes, aber zum Glück nur kurzes Stück, folgen wir der Straße in Richtung Kadenbach bevor die Tour auf der anderen Straßenseite wieder zwischen den Feldern verschwindet.

Ein kleines Stück Asphalt

Die Beschilderung führt uns zu einem kleinen Bächlein – der Binnbach. Diesen queren wir und sehen dem ersten kleinen Anstieg der Wanderung entgegen. Am Ende geht es für uns nach links. Von rechts stößt hier der etwa 3,5 km lange Zuweg aus Simmern dazu.

Binnbach…oder eher Binnbächlein =)

Kleine Anmerkung zur Markierung: Der Hauptweg ist mit einem „w“ auf weißem Grund gekennzeichnet und die Zuwege haben einen gelben Hintergrund und tragen ebenfalls das grüne „w“.

Markierung des Hauptweges der Wäller Tour

Hier geht es gemeinsam mit anderen Wanderwegen, wie bspw. dem Pilgerweg Schönstatt zwischen Feldern und Pferdekoppeln in Richtung Eitelborn. Ein kleines Trampelpfädchen führt uns direkt unterhalb der ersten Häuser des Ortes entlang. Irgendwie auch nicht gerade ein hübscher Anblick beim Wandern – aber das mag Geschmackssache sein. Wir gehen wandern, weil wir die Natur mögen und die Ruhe schätzen und nicht, um uns die Häuser und Gärten von wildfremden Menschen anzuschauen.

Spätestens als wir kurze Zeit später an einem Garten vorbei gehen, wo gerade jemand mit einem dieser gemein lauten Rasentrimmern sein kniehohes Unkraut schreddert, sind wir wenig begeistert – vorallem da wir in einer Staubwolke den Weg entlang fliegen, während uns die Grashalme um die Ohren fliegen.

Endlich, nach rund 3 km der Tour, führt uns der Weg in einen Wald und so langsam wird die Strecke schön. Links von uns verläuft wieder der Binnbach. Und so folgend wir dem sanften Geplätscher des Flusses. Langsam führt der Weg wieder bergauf.

Das Wegstück, was nun vor uns liegt, lässt mich zweifeln, ob wir richtig sind, aber ja, doch tatsächlich, hier geht der Weg lang. Wir wissen nicht, was hier mit dem Weg passiert ist, aber wir fühlen uns wie die ersten Menschen, die nach einem Hurricane zurückkehren. Um uns herum steht kaum noch ein Baum, sondern alles liegt in Kleinholz auf den Hängen rechts und links. Dazu kämpfen wir uns auf dem Weg durch die tiefen Spurrillen von vermutlich Traktoren, die das Totholz abholen. Dieser knappe Kilometer der Tour ist echt eine Zumutung und hat für uns nichts mit einem Prädikatswanderweg zu tun. Das ist hoffentlich nur eine Momentaufnahme und wird sich in einigen Wochen wieder ändern, aber so (Stand: April 2020) ist es wirklich kein schöner Anblick.

Wir verlassen den „Wald“ und nähern uns erneut Eitelborn an. Etwas enttäuscht stellen wir während des Weges fest, dass das teilweise tosende Geräusch von Wasser nicht dem Binnbach entstammt, sondern aus den Kanaldeckeln, die den Weg säumen (oder auch mal in der Wegesmitte liegen). Wieder geht es an Häuserrückseiten und Gärten entlang, bis wir am Ortsschild von Eitelborn auf den Kellerweg treffen, welchen wir überqueren müssen, um unsere Tour fortzuführen.

Weiter geht es durch Felder bis wir endlich in ein schönes Waldstück kommen – Bäume, Vogelgezwitscher, keine Menschen – ein Traum =) So geht es mit leichtem Gefälle langsam aber stetig in Richtung Sporkenburg. Die Wäller Tour führt eigentlich wenige Meter an der Sporkenburg vorbei, aber ein kleiner Abstecher (es sind wirklich nur wenige Meter) lohnt sich auf jeden Fall!

Endlich Wald und herrliches Grün

Laut einer Infotafel sei die Sporkenburg „eine der eindrucksvollsten Burgen Westdeutschlands“. Errichtet wurde die Burg 1310 von Heinrich von Helfenstein. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Burg von französischen Truppen zerstört und ist seitdem eine Ruine.

Höhepunkte der Burg zeigen wir euch jetzt einfach mal in paar Bildern:

Nach einer kleinen Pause im Innenhof der Burgruine geht es bergab – begleitet von dem lauten Kreischen einer Kettensäge. Es ist einfach nicht unser Tag!

Am Ende des Absteiges führt eine kleine Brücke über den Teilebach. Wir wengen uns nach links und folgen dem Bach für ca. einen Kilometer bis wir auf die L329 treffen, welche wir überqueren.

Irgendwie müssen wir hier eine Abzweigung übersehen haben. Wir haben uns nämlich nach links gewandt und liefen den wirklich nicht schönen Weg direkt an der Straße. Nach dem wir erneut ein Bächlein überquerten, kam die eigentliche Wäller Tour Route nämlich rechts von uns aus dem Wald. Als wir uns die Strecke nochmal im Tourenplaner anschauten, fiel uns auf, dass wir nach dem Überqueren der Straße nach rechts und nicht nach links hätten gehen sollen. Hmm naja, wir sind ja wieder auf der Strecke gelandet 😉

Wenn ihr hier lang kommt, seid ihr genauso falsch abgebogen, wie wir…

Sanft hügelig geht es vorbei an Pferdekoppeln und Feldern bis wir uns Arzbach nähern. Ein winzig kleines Stück geht es durch Arzbach und dann kommt ein Teilstück, was uns fassungslos werden lässt. Wir schauen x-mal, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind, gehen nochmal ein Stück zurück, aber wir sind ohne Zweifel auf dem richtigen Weg. Die nächsten Meter führen uns direkt am Straßenrand entlang. Hinter der sicheren Leitplanke können wir nicht gehen, da der Hang direkt dahinter abfällt. Wir drücken uns bei vorbeirasenden Auto- und Motorradfahrern also so gut es geht an die Leitplanke und hoffen, dass uns nichts passiert.

Ja, hier führt der Weg tatsächlich entlang!

Nach wenigen Minuten führt die Wäller Tour zusammen mit dem Limeswanderweg, dem wir übrigens schon mal auf einer Wanderung begegnet sind, wieder weg von der Straße und jetzt kommt der wirklich mt Abstand sportlichste Anstieg der ganzen Strecke. Etwa 116 Höhenmeter gilt es auf dem knappen Kilometer, der vor uns liegt, zu bewältigen. Doch etwas aus der Puste gönnen wir uns oben eine kurze Pause auf einer Bank.

Jetzt geht es ordentlich aufwärts. Trittsicherheit erfolderlich!

Leider stellen wir danach fest, dass es doch noch ein Stück weiter bergauf geht 😀 Etwa 30 Höhenmeter fehlen uns noch bis wir dann endlich ganz oben sind. Immerhin werden wir mit einer Aussicht auf die katholische Kirche von Arzbach belohnt. Gegenüber auf dem Hügel erspähen wir einen Römerturm, der am ehemaligen Limeswall steht.

Danach geht es noch ein kleines Stückchen bergauf, bevor wir wieder auf Kadenbach zulaufen und hier auf wieder auf den Jubiläumsrundweg rund um Kadenbach treffen, der mit unserer Tour am Parkplatz startete.

Ab jetzt geht es langsam in Richtung Parkplatz zurück, wo wir nach knapp drei Stunden (Pausen haben wir rausgerechnet) wieder ankommen. Ein letztes Mal begleitet uns links die Aussicht auf Kadenbach, aber irgendwie werden wir einfach nicht glücklich mit dem Ausblick auf Häuser 😀

Ein letzter Ausblick auf Kadenbach

Unser Fazit zur Tour:

  • Wir laufen persönlich lieber durch Wälder und Grün und genißen auch den Ausblick ins Grüne. Da war uns diese Strecke deutlich zu urban und besiedelt, was letztlich auch der Hauptgrund ist, warum uns die Strecke ncht zu gesagt hat.
  • Der Zustand des einen Teilabschnittes wird sicherlich irgendwelchen Forstarbeiten geschuldet sein, die im Moment dort stattfinden. Das war zwar ärgerlich für uns, aber eigentlich denken wir, dass das in einigen Wochen bis Monaten wieder deutlich besser sein müsste.
  • Die Teilstücke an der Straße fanden wir wirklich überhaupt nicht schön – besonders das kurze Stück am Ortsausgang von Arzbach. Das hatten wir bei einem Prädikatswanderweg jetzt so nicht erwartet.
  • Die Beschilderung ist sehr gut (keine Ahnung, was bei uns an der einen Stelle schief gelaufen ist) und es gibt immer wieder Übersichtstafeln, wo man sehen kann, wo auf dem Rundweg man gerade ist.

Zum Abschluß noch ein paar blumige Impressionen vom Wegesrand.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Sakuschi

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