Traumpfad Bergheidenweg

Nach dem Traumpfädchen Sayner Aussicht und dem Traumpfad Eltzer Burgpanorama sind wir nun unseren ersten Traumpfad in der Eifel gelaufen – nämlich den Bergheidenweg. Insgesamt gibt es in der Eifel 14 Traumpfade, die man erkunden kann. Unser heutiger Pfad liegt in der Vordereifel und ist somit einer der acht Eifel-Traumpfade der Vordereifel.

Zunächst erstmal ein paar Eckpunkte zur Strecke:
– Länge: 10,3 km
– Höhenmeter: 280 m
– Schwierigkeit zwischen leicht und mittel
– Dauer: 2-3 Stunden (je nach Tempo)
– Strecken-Höhepunkte: Naturschutzgebiet Heidbüchl, Heidenvegetation, Blick ins Nettetal, Querung der Nette, Dr. Heinrich Menke Park

Startpunkt für unsere Wanderung ist der Parkplatz am Raßberg in 56729 Arft (direkt an der L10 gelegen und nicht zu übersehen).

Kleiner Exkurs: Hier am Parkplatz startet nicht nur unser Traumpfad, sonden auch die Arfter Runde. Dieser 6 km lange Rundweg bietet, laut einer Infotafel am Parkplatz, Highlights wie den Gipfel des Kindgen mit dem Biotop Heidentümpel, den Aussichtspunkt Wolfsberg inmitten der Wacholderlandschaft, den Ort Arft selbst und dem alten Wasserhäuschen, wo sich die Quelle des Arfter Bachs befindet.

Nun wollen wir aber endlich starten 😉

Nach nur einem kurzen Stück des Weges entlang, führt uns der Weg bereits an den schattigen Waldrand und schon nach kurzer Zeit sind wir mitten in der Heidelandschaft und im Naturschutzgebiet Heidbüchel. Hier erwartet uns ein kleiner Anstieg, der uns aber mit einem Blick über die Heidelandschaft und die kleine Ortschft Arft belohnt. Eine solche Landschaft haben wir bisher noch nicht gesehen und wir sind schlicht beeindruckt von der Farbvielfalt. Schaut euch nur mal diese Farben an…

Nach einem kleinen Abstieg wird der Weg wieder deutlich waldiger und lauter. Und mit lauter meinen wir keine Menschen, sondern fröhliches Vogelgezwitscher aus allen Ecken des Waldes. Schaut bzw. lauscht mal in das Video rein, was wir euch am Ende dieses Berichts eingefügt haben. Ihr werdet sofort erhorchen können, welche Stelle des Videos diesem Teilstück entspricht 😉

Nach dem seichten Abstieg wendet sich der Traumpfad nun nach rechts und weiter am Wald entlang und bietet einen Blick in das saftig grüne Nettetal.

Achtung: Sollte es in den letzten Tagen stark geregnet haben, so habt ihr hier die Möglichkeit nach links zu gehen und einer Umleitung zu folgen, da die Trittsteine über die Nette bei Regen oder nasser Witterung nicht passierbar sind. Die Umleitungen sind aber ebenfalls ausgeschildert. (s. Bild weiter unten im Text).

Nach einiger Zeit wird der breite Weg deutlich schmaler und der Abstieg deutlich steiler. Dieses Teilstück hat unserer Meinung nach eher den Schwierigkeitsgrad „Mittel“ verdient. Zwischen Kiefern und Apfelbäume geht es bergab bis wir nach einigen Metern förmlich auf einen breiteren Weg rutschen.

Hier folgen wir dem Traumpfad weiter nach links. Der breite Weg wird rechts und links von Bäumen und Büschen gesäumt und erinnert dadurch irgendwie an eine Allee. Es bleibt waldig und grün. Und während wir ein paar Schmetterlinge beim Umherflattern beobachten, nähern wir uns stetig der Nette.

Kleiner Kohlweißling am Wegesrand

Wir folgen der Nette ein kleines Stück bis wir zu einem Highlight der Tour kommen – der Überquerung der Nette. Große Trittsteine führen uns hier schnell und vorallem trocken auf die andere Seite. Bei unserer Wanderung hat die Nette relativ wenig Wasser geführt und glich eher einem breiten, aber flachen Bach. Solltet ihr an dieser Stelle feststellen, dass der Weg nicht passierbar ist, gibt es ein erneutes Hinweisschild, welches auf die Ausweichstrecken verweist.

Etwas abseits der Nette, aber parallel dazu, verläuft der Traumpfad weiter. Plötzlich stehen wir direkt vor einem anderen Bach, der unseren Weg kreuzt, bevor er rechts neben uns in die Nette mündet – wir sind auf den Selbach gestoßen. Direkt am Bachufer lädt eine Picknickbank zum Verweilen ein. Wir rätseln derweil lieber, wie wir den Bach überqueren sollen, da es hier keine einladenden Trittsteine gibt. Ein Glück ist das Wasser auch hier relativ seicht, sodass uns kleinere Steine im Wasser ausreichen um auf die andere Seite zu kommen.

Der Traumpfad führt nun nach links und somit am Selbach entlang. Hier geht es langsam auch wieder bergauf. Eine ganze Zeit lang begleitet uns der Selbach ein gutes Stück unter uns während wir auf einem breiten Waldweg die vor uns liegenden Höhenmeter bestreiten. Dann geht der Traumpfad an einer vor uns liegenden Weggabelung rechts ab und der Anstieg wird noch mal etwas steiler.

Entlang des Selbachs

Etwas unvermittelt endet nach etwa 50 überwundenen Höhenmeter der Wald und wir stehen auf einem Schotterweg während sich links eine große grüne Wiese ausbreitet. Wir folgen dem Weg bis zu einer T-Kreuzung, wo wir nach links abbiegen. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf das links von uns liegende Nettetal und rechts von uns auf das Dörfchen Hohenleimbach.

Auf einer Streckenlänge von etwa 1,5 km führt hier ein breiter Asphaltweg ziemlich geradeaus zwischen den grünen Wiesen lang. Wir müssen zugeben, dass sich das Stück ehrlich gesagt etwas in die Länge zieht. Wer auf diesem Wegstück eine Rast einlegen möchte, findet rechterhand die Schutzhütte „Auf der Selbach“. Nach etwa 20 Minuten erreichen wir wieder Wald und sind darüber auch ganz glücklich. So ohne auch nur einen Hauch von Schatten merkt man die Sonne doch auch schon Anfang Mai recht deutlich.

Nach kurzer Zeit nähern wir uns der Überquerung der L10. Hier sollte man wahrlich mehrmals in jede Richtung schauen und gut lauschen, ob man ein herandonnerndes Fahrzeug hört und dann zügig die Straße queren.

Auf der anderen Straßenseite geht es dann in den Dr. Heinrich Menke Park. Später erfahren wir noch, wer das war. Hier befinden wir uns nach einem kurzen Waldstück wieder in einer Landschaft, wie in dem vorhin durchquerten Naturschutzgebiet Heidbüchl.

Nun erklimmen wir den letzten Anstieg. Es geht hinauf zur Menke-Höhe. Hier verrät uns ein großer Stein etwas mehr über Heinrich Menke. „Dem verdienten Schützer der Natur Heinrich Menke 1880-1956“ besagt die Inschrift auf dem Stein. Später lesen wir im Internet, dass Heinrich Menke ein Biologielehrer aus Koblenz war. Er war einst Landesbeauftragter für Naturschutz gewesen und hatte sich sehr für den Erhalt der Wacholderheiden eingesetzt – zum Glück!

Denkmal im Dr.Heinrich-Menke-Park

Der Weg führt weiter durch Wälder bevor wir erneut die L10 überqueren. Auf der anderen Seite befindet sich rechterhand ein Konrad-Adenauer-Denkmal. Wir fragen uns, warum dieses Denkmal hier steht. Eine Infotafel wäre an dieser Stelle sehr willkommen gewesen. Später lesen wir im Internet nach und erfahren, dass Adenauer zur Unterstützung der besonderen Heidevegetation eine Geldspende tätigte, die die erforderliche Beweidung durch Schafsherden finanzieren sollte.

Konrad-Adenauer-Denkmal auf dem Traumpfad Bergheidenweg

In einem breiten Bogen umrunden wir den Raßberg bevor wir etwas oberhalb des Startpunktes aus dem Wald kommen und die letzten Meter zum Parkplatz zurücklegen.

Blick auf den Start-/Endpunkt der Wanderung – der Parkplatz am Raßberg

Fazit:
Wie immer ist die Beschilderung des Weges absolut top und wir mussten kein einziges Mal das Handy befragen, wo wir sind und wo es weitergehen könnte.

Was uns an diesem Traumpfad wirklich am Meisten fasziniert, ist die Landschaft. Irgendwie erinnert uns sowohl die Landschaft als auch der Duft, der in der Luft liegt, an einen amerikanischen Nationalpark. Wir können das gar nicht genauer beschreiben, aber irgendwie fühlt es sich gerade an, als würden wir irgendwo an der amerikanischen Westküste wandern gehen.

Generell ist die Vegetation hier etwas sehr Besonderes und macht das Wandern zu einem echten Erlebnis. Die Strecke verläuft, bis auf die oben beschrieben 1,5 km gerade Asphaltstrecke, meist durch Wälder oder schattige Natur, was uns sehr gut gefällt. Außerdem bietet die Strecke auch eine angenehme Mischung und bietet mit steileren, engen Abstiegen, breiten Waldwegen und Flußquerungen viel Abwechselungen.

Hier findet ihr unseren Videobeitrag zum Bergheidenweg:

Bevor ihr diesen Traumpfad oder einen der anderen Traumpfade/Traumpfädchen wandert, erkundigt euch bitte auf der Homepage der Traumpfade nach aktuellen Besonderheiten, wie beispielsweise Sperrungen durch Forstarbeiten. Auf Grund der Coronapandemie dürfen einige Traumpfade, unter anderem dieser hier, zur Zeit nur in eine Gehrichtung gewandert werden.

Ein Kommentar zu „Traumpfad Bergheidenweg

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