Laacher See

In der Osteifel, etwa eine halbe Stunde Fahrtzeit von Koblenz aus, findet man das Benediktinerkloster Maria Laach und den Laacher See.

Auf Grund der aktuellen Coronasituation war zum Zeitpunkt unseres Besuches vieles rund um das Kloster leider geschlossen, sodass wir uns für eine kleine Wanderung rund um den Laacher See entschieden. Einen Besuch im Kloster haben wir aber auf jeden Fall noch auf unserer to-visit-Liste!

Das Benediktinerkloster Maria Laach

Der Laacher See (und seine Umgebung) bilden das größte Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz und auch sonst bietet der See jede Menge Besonderheiten! Wir befinden uns nämlich nicht nur in der Eifel, sondern genauer gesagt in der Vulkaneifel.

Der nationale Geopark Laacher See ist ein Teil der ca. 280 km langen „Deutschen Vulkanstraße“. Die „Deutsche Vulkanstraße“ verbindet insgesamt 39 geologische, kulturhistorische und industriegeschichtliche Sehenswürdigkeiten rund um das Thema Eifel-Vulkanismus. Wir befinden uns hier fast ganz am Anfang der 39 Stationen – Maria Laach ist nämlich Station 2.

Maria Laach ist Station 2 der „Deutschenen Vulkanstraße“

Der Laacher See ist ein sogenannter „Calderasee„. Dabei handelt es sich um einen Einbruchkrater, der entstanden ist durch einen Einsturz nach dem Entleeren der Magmakammern unterhalb des Vulkankegels und sich dann mit Wasser gefüllt hat.

Schnell finden wir zwischen Kloster und See einen ausgeschilderten Parkplatz. Ein Ticket kostet für Pkw 2 €, was wir absolut vertretbar finden. Die Parkplätze sind herrlich breit, sodass man keine Sorge haben muss, dass das Auto danach ein paar unschöne Kratzer aufweist. Ein Schild mit der Aufschrift „Ufer Rundweg“ lässt uns schnell und ohne Probleme den richtigen Weg finden.

Geradezu, zwischen zwei Wiesen mit freilaufenden Hühnern durch, geht es auf den See zu. Schon kann man ein blaues Glitzern zwischen den Bäumen erahnen. Flach und breit führt der Weg zunächst zu einer Stelle direkt am Wasser. Hier hat man erstmalig einen Blick über den ganzen See. Findet ihr nicht auch, dass das getrocknete gelbe Schilf in der Ferne aussieht, als würde am anderen Seeufer ein Sandstrand auf uns warten?

Laacher See

Faszinierend, wenn man bedenkt, dass man an einem Ort steht, wo es vor 10.000 Jahren noch aktive Vulkane gab. Hier kam es vor etlichen tausend Jahren zu der bislang größten Vulkankatastrophe auf europäischem Boden. Beim Blick auf den friedlich vor uns liegenden See, fällt es schwer sich das heute vorzustellen.

Der Weg führt weiter Richtung Parkplatz des Campingplatzes. Dieser Streckenabschnitt ist an den Wochenenden (ich will mir gar nicht vorstellen, wie es im Hochsommer hier zugehen muss!) doch recht belebt. Auf den wunderschönen Holzbrücken, die sich zwei Mal auf der Strecke finden, kann es dann schon ganz schön eng werden.

Over the bridge

Da auch der Campingplatz und der Bootsverleih (Saisonstart in Nicht-Coronazeiten 01.04) noch geschlossen haben, wird der Weg wieder deutlich einsamer, wenn man den Campingplatz hinter sich gelassen hat.

Auf dem weiteren Weg findet man verschiedene Aussichtspunkte, wie beispielswiese eine ins Wasser gestürzte Eiche, verschiedene Gesteinsarten und vieles mehr.

Es finden sich immer wieder Informationstafeln, wo man Wissenswertes zu den verschiedenen Gesteinen (u.a. Basalt, Trachyt, Phonolit, Bims und Trass) und zu der Vulkanregion im Allgemeinen erfährt. So ist es nicht „nur“ ein Spaziergang um den See, sondern auch eine lehrreiche Unterrichtseinheit zum Thema Vulkanismus.

Am Ostufer des Sees findet man beispielsweise so genannte Mofetten. Dieser Begriff bezeichnet den ständigen Austritt von Kohlendioxiden, die man an der Wasseroberfläche als Blubbern und Brodeln erkennen kann. Bei unserem Besuch war es leider recht windig, sodass wir es faktisch nicht sehen konnten. Alleine deswegen müssen wir unbedingt nochmal wieder kommen – wann hat man schon mal die Möglichkeiten Zeichen eines aktiven Vulkans zu sehen!

Der Weg ist das Ziel…

Unterwegs findet man viele Stellen mit umgestürzten Bäumen – zum Teil liegen diese auch einfach mitten in Ufernähe im Wasser…und laden mitunter zum Verweilen ein =) Wir hatten uns Kaffee und ein Rosinenbrot mitgebracht und haben hier die Nachmittagssonne genossen.

Insgesamt führt der Ufer-Rundweg mit einer Länge von ca. 8,4 km einmal um den See. Mit einer Größe von 3,3 km² (und mehr als 50 Meter Wassertiefe) ist der Laacher See der größte See in Rheinland-Pfalz. Der Weg ist gut ausgeschildert – aber Achtung, nur in einer Richtung!

Wenn man aber vom Parkplatz aus startet und dort der Beschilderung folgt, läuft man den Weg automatisch in die richtige Richtung. Der Weg kreuzt sich öfters mit anderen Wanderwegen bzw. teilt sich ein Stück der Wegstrecke, sodass man ruhig ab und zu ein Auge auf die Beschilderung werfen sollte. Aber im Großen und Ganzen kann man mit der Grundhaltung „immer in Ufernähe bleiben“ gar nichts falsch machen 😀

Einfach den Beschilderungen folgen =)

Der Ufer-Rundweg führt nur selten direkt ans Wasser. Dies liegt aber einfach darin begründet, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und auch die Tiere ihren Platz benötigen. Unzählige Vogelarten finden sich hier am See und diese benötigen einen Lebens- und Brutplatz.

Der Weg ist meistens ein breiter Waldweg. Man kann bei der Strecke aber leicht variieren und beispielsweise kleinerer Trampelpfade ein Stück näher am See laufen. Der Weg ist, auch dank nur weniger Höhenmeter, die überwunden werden müssen, auch für Einsteiger geeignet.
Hier findet ihr noch eine Galerie mit einigen Impressionen vom Weg.

Unterwegs gibt es eigentlich auch gastronomische Angebote, wie beispielsweise das Blockhaus Laacher See. Leider können wir euch darüber nichts sagen, da ja zur Zeit alles geschlossen ist 😦 Was wir aber auf der Strecke gefunden haben, ist ein ziemlich genialer Eisautomat!

Fazit: Wir finden, dass sich ein Besuch am Laacher See definitiv lohnt. Völlig zu Recht wurde der See schon mehrfach zum „Lieblingssee Rheinland-Pfalz“ gewählt. Wir sind uns sicher, dass wir nicht zum letzten Mal in der Region unterwegs waren – hier gibt es einfach noch viel zu viel zu entdecken =)


Tatsächlich haben wir an der ganzen Strecke nur einen einzigen Kritikpunkt: Wir hätten uns durchaus ein paar mehr Sitzmöglichkeiten auf der Strecke gewünscht, weil man manchmal doch einfach nur den Moment und besonders den Ausblick hätte genießen wollen.

Zum Abschluss haben wie euch ein kleines Video zur Entspannung zusammengestellt:

Wir verabschieben uns mit einem Selfie und planen schon die nächste Wandertour =)

4 Kommentare zu „Laacher See

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