Bali – Insel der Götter& Dämonen / Nusa Ceningan

Heute haben wir uns nun doch schweren Herzens zwei Roller direkt im Hotel geliehen, da die Entfernung auf Lembongan zum Laufen einfach zu weit sind – und Fußwege gibt es sowieso nicht. Die Roller kosten ca. 6€ am Tag – vollgetankt. Wir fahren Richtung Yellow Bridge, als es Uschi in einer nassen Kurve vom Roller haut. Schreck, Blut, Schrammen, aber wie es der Zufall will direkt vor einer örtlichen Klinik.

Die nächsten Stunde verbringe ich bangend im Warteraum. Während ich warte, fällt auf einmal der Strom aus und das Klinikpersonal arbeitet völlig ungerührt mit Stirnlampen weiter. Ich mache mir Sorgen: ein Steinchen hat Uschi definitiv an der Stirn erwischt, es hat stark geblutet und ihr Bein hat sie sich auch ordentlich verschrammt. 😦

Die gute Mitteilung ist, man muss keinerlei Angst haben vor den hygienischen Verhältnissen! Uschi, selbst Ärztin und somit auf jeden Fall ein schlechter und diskussionsfreudiger Patient, beobachtet jeden Handgriff in der Notaufnahme kritisch. Aber es wird mit Handschuhen, Händedesinfektion und steril mit verschweißten Einmalartikeln gearbeitet.

Nach fast 90 Minuten ist Uschi fertig. Alles gereinigt und verbunden. Glück im Unglück gehabt. Aber können wir weiterfahren oder ab zurück ins Hotel?

Wir halten Krisensitzung: Uschi will weiter, sie meint das geht. So ist sie: unverwüstlich und abenteuerlustig. Trotzdem fahren wie nun natürlich noch vorsichtiger, man merkt, dass unser der Schreck noch in den Glieder sitzt. Wir brauchen erstmal einen Drink und eine schöne Aussicht.

Tipp: Wenn ihr euch unbedingt einen Roller auf Bali nehmen müsst, dann besteht auf einen ordentlich passenden Helm. Kontrolliert außerdem, ob die Reifen noch Profil haben oder sich schon in Sliks verwandeln haben. Wenn das der Fall sein sollte, dann nehmt einen anderen Roller.

Wir halten an Mama Mia Bar& Grill mit Blick auf die kleine Nachbarinsel Nusa Ceningan. Da es mittlerweile fast Mittag ist, bestellen wir uns etwas zu essen. Für Uschi gibts ein Sandwich, ich probiere Gado-Gado, was so viel wie „Durcheinander“ oder „Mischmasch“ bedeutet. Gado-Gado ist ein warmer Gemüsesalat, der mit Erdnusssoße und Reis serviert wird. Er gilt als Hauptmahlzeit. Weitere Zutaten sind u. a. Ei, Tempeh und Tofu. Alles sehr lecker. Ich brauche auf den Schock erstmal ein Bier 😉

Das Essen und die schöne Aussicht heben unseren Blutzuckerspiegel und beruhigen die Nerven, noch immer haben wir beide etwas wackelige Knie. Das hätte auch schlimm ausgehen können. Anscheinend hat unser Opfer an die Inselgötter im Muttertempel doch etwas gebracht.

Nach dem Essen brechen wir auf, Richtung yellow bridge. Diese schmale Brücke stellt die einzige Verbindung zwischen Lembogan und der kleinen Nachbarinsel Nusa Ceningan dar. Eine wackelige Partie vor allem mit Gegenverkehr. Wer sich das nicht zutraut, sollte zur Not lieber schieben. Es passen gerade so zwei Roller aneinander vorbei.

The yellow bridge

Wir kommen beide heil auf die andere Seite und erreichen damit Nusa Ceningan. Hier wollen wir uns vor allem die Blue Lagoon anschauen. Diese herrliche Bucht mit schäumenden, türkisblauen Wasser hat es uns von Bildern angetan.

Die Straßen auf Ceningan sind so lala, wir fahren also vorsichtig. Es gibt viele kleine Lokale und B&Bs. Sieht sehr individuell aus. An der Blue Lagoon angekommen, bewahrheitet sich, was wir schon online gelesen habe – ein Resort hat die Buch quasi völlig vereinnahmt. Da auf Bali die Strände aber alle öffentlich sind, kann man einfach um die Mauer herumlaufen, um sich diesen tollen Aussichtpunkt nicht entgehen zu lassen.

Blue Lagoon

Nach diesem wundervollen Bildern wollen wir an den Strand, der an der Bucht zwischen Lembongan und Ceningan liegt. Das Wasser ist hier unheimlich flach und unheimlich türkis. Hier sieht man auch noch die Algenfarmen, die früher die Haupteinnahmequelle der Insel gewesen sind. Bei Ebbe waten die Algenbauern hinaus, um zu ernten. Dieser Beruf wird allerdings immer weniger, da im Tourismus weit größere Einahmen zu erzielen sind.

Unser Vorhaben stellt sich als gar nicht so einfach heraus, da die gesamte Küste mit zwar kleinen, aber dafür zahlreichen Bars und B&Bs zugebaut ist. Irgendwann laufen wir einfach im Vertrauen auf die öffentlichen Strände durch eines der Gelände durch und gelangen an einen kleine Strand.

Während Uschi auf Grund ihres verletztes Beines das Wasser mal sein lässt, kann ich es mir nicht nehmen lassen, mich zum Lesen einfach mitten in die Buch zu setzen. Das Wasser ist kaum knöcheltief. Sehr entspannend.

Lesen geht überall

Aber Uschi hält es nicht lange untätig aus und begibt sich mit dem Teleobjektiv auf die die Pirsch. Dabei entstanden diese Aufnahmen der örtliche Meeresfauna und- flora:

An der Schaukel, die dort im Watt steht,kann Uschi natürlich nicht vorbeigehen 😉 Wenn schon schwimmen nicht mehr geht,dann wenigstens schaukeln!

schaukelbegeistert

Da die Sonne brennt und die kleinen Bars um uns herum doch wirklich sehr gemütlich aussehen, sehnen wir uns nach einem kühlen Getränk. Wir kehren also spontan im Last Stop Bar and Cafe ein. Von hier hat man einen tollen Blick über die Bucht, es gibt gemütliche Sitzsäcke in feinem Sand und die leise Loungemusik trägt zu unserer Entspannung bei.

Wie geniessen mit einigen anderen Gästen die sinkende Sonne, allerdings haben wir uns überlegt, den Sonneuntergang an einem anderen Punkt der Insel zu betrachten. Schweren Herzens reissen wir uns also los, um vor der Dämmerung erneut am Devil`s Tears Halt zu machen.

Der Weg dorthin dauert natürlich keine 50 Minuten. Da man die yellow bridge aber nicht mit dem Auto überqueren kann, seht ihr hier nur den Weg zu Fuß. Die Fahrt mit dem Roller dauert ca. 20 Minuten.

Von trauter Zweisamkeit kann natürlich an solch einem Hotspot nicht die Rede sein, aber es war trotzdem richtig noch einmal hier her zu fahren. Der Sonnenuntergang und die Stimmung sind phantastisch. Wir blenden einfach die fanatischen Instagramer aus, die sich große Mühe geben, jedem im Bild und im Blick herum zu stehen und geniessen das prächtige Farbenspiel bis die Sonne fast verschwunden ist.

Mit dem letzen Licht machen wir uns schnell auf den Rückweg in unser Hotel – bloß nicht auch noch lange im Dunkeln Roller fahren. Heute testen wir mal einen der Warungs in der Umgebung unseres Hotels. Klein, aber fein und frisch zubereitet, kann man hier für wenige Euro zu Abend essen. Uns hat es sehr geschmeckt.

landestypisches Essen auf Bali

Tipp: Wenn ihr mit kleinem Budget reist oder einfach landestypisch essen wollt, haltet euch vor allem an die Warungs. Hier bekommt ihr leckeres Essen für kleines Geld, immer frisch gekocht. Fürs Abendessen rechtzeitig losgehen, wenn ihr zu spät kommt und die Zutaten leer sind, gibt es nichts mehr.

Nach dem Essen geht es für uns nur noch ins Bett. Der Tag war ereignisreich, aber voller schöner Eindrücke.

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