Der Remstecken bei Koblenz

Nur wenige Autominuten von Koblenz, direkt an der Hunsrückhöhenstraße (B 327) gelegen, liegt das Naherholungsgebiet Remstecken. Die Nähe zur Stadt macht ihn zu einem beliebten Ausflusgziel.

Der Remstecken liegt auf einer Höhe von 320 Metern über Normalnull und ist Teil des Koblenzer Stadtwaldes. Die Parkplätze sind sehr großzügig kalkuliert. Auf unserem Weg kommen wir an vier großen Parkplätzen vorbei, sodass wir selbst an einem sonnigen Juni-Samstag ohne Probleme einen Parkplatz finden.

Im Remstecken kommt jeder Besucher auf seine Kosten:
Für die Kleinsten gibt es einen herrlichen Wald-Abenteuer-Spielplatz. Da wir an einem Wochenende dort waren, waren doch einige Kinder auf dem Spielplatz und deswegen haben wir auch kein Foto gemacht.
Wanderer können den Remstecken als Ausgangspunkt ihrer Tour nehmen und einen der unzähligen Wanderwege erkunden. Es gibt bspw. Wege zu Streuobstwiesen oberhalb von Waldesch oder Touren runter an die Mosel in die Koblenzer Stadtteile Moselweiß oder Lay. In den 90igern kamen zu den Wanderwegen noch drei Lehrpfade (naturkundlich, geologisch und archäologisch) hinzu.
Und auch wir kamen voll und ganz auf unsere Kosten – hier gibt es nämlich Wildtiergehege mit Rot-, Dam- und Schwarzwild und einige andere tierische Bewohner.

Von unserem Parkplatz aus laufen wir bergab und stärken uns vor unserer Tour noch kurz mit einem Latte Macchiato und einem Hefeweizen im Forsthaus Remstecken.

Von manchen Plätzen aus kann man das Damwild-Gehege sehen. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man beim Kaffee trinken Wildtiere beobachtet, während man hinter sich die lauten Rufe von Pfauen ausmachen kann.

Das Forsthaus wurde 1906 erbaut. Die Jahreszahl findet sich auch heute noch an einer Ecke des Hausdaches. Das Forsthaus bietet aber nicht nur die Möglichkeit sich mit Speis und Trank zu stärken, sondern ist zugleich auch ein Hotel mit einigen wenigen Zimmern. Das Hotel sieht von außen hervorragend aus und bietet für Gäste, die Ruhe, Wald und Entschleunigung suchen sicherlich den richtigen Ort.

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Auch der Gartenteil des Restaurants ist sehr ansprechend gestaltet mit einem Teich in dem Kois ihre Kreise ziehen. Sogar eine breite Holzbrücke gibt es.
Da der mürrische Service (statt einer Karte fragt man uns unwirsch „was wollt ihr?“) nicht wirklich dazu einlädt lange zu bleiben, starten wir lieber unsere Tour 😉 Lange Wartezeiten bis zur Bestellung oder der Rechnung runden ein Bild von einem Service ab, der bei uns nicht punkten kann.

Die seit 1992 betriebene Waldökostation und der Bauerngarten waren bei unserem Besuch im Juni 2020 leider noch coronabedingt geschlossen. Normalerweise finden hier Veranstaltungen, wie Vorträge, Workshops, gefühte Wanderungen oder Unterricht unter freiem Himmel für Schulklassen statt. Betrieben wird die Waldökostation vom Umweltamt der Stadt Koblenz. Einen Veranstaltungskalender findet ihr hier.

Das Wildfreigehege wurde in den 60iger Jahren von der Stadt Koblenz gegründet. Als Vorläufer gab es hier bereits in den 60igern ein privates Damwildgatter. Heute finden sich hier auf einer Fläche von knapp 20 ha rund 150 Tiere.

Wir starten unseren kleinen Spaziergang am Damwild-Gehege, welches wir schon die ganze Zeit beobachtet haben. Wusstet ihr, dass der Damhirsch jedes Jahr etwa im April die Schaufeln seines Schaufelgeweihs abwirft und dieses dann bis zum Herbst nachwächst? Das Schaufelgeweih wird Jahr für Jahr größer – so lässt sich an der Größe des Geweihes das Alter des Tieres abschätzen.

Durch Zufall treffen wir am Damwild Gehege den Landwirt Werner Dötsch. Er ist heute der Verantwortliche für die Wildtiergehege und Besitzer der Tiere. Ganz alleine ist er sowohl für die Tiere als auch für das 20 ha große Gelände verantwortlich. Fassungslos lauschen wir den Erzählungen von Herrn Dötsch, wie schrecklich sich manche Besucher doch verhalten. Er sei auch für die Reinigung der Anlage zuständig – und das heißt: Müll aufsammeln der Besucher. Abgesehen von Müll, welchen die Besucher in die Gehege werfen (was bei uns schon auf Unverständnis stößt!), erzählt uns Herr Dötsch, dass er gerade heute eine benutzte Damenbinde habe entsorgen müssen, welche im Wald einfach weggeworfen wurde. Wir sind entsetzt, schämen uns für ein solches Verhalten und sind auch wütend. Am Wegesrand befinden sich wahrlich genug Möglichkeiten Müll zu entsorgen!

Während wir den Rundweg weitergehen, können wir links von uns das Damwild über die große Wiese rennen sehen. Das Rotwild rechts vom Weg zeigt sich leider noch nicht, aber die Ursache finden wir schnell raus – gemütlich liegen alle Tiere zusammen an ihrer Unterstellmöglichkeit. Hier sehen wir auch vier Jungtiere mit ihrem typischen Bambi-Fell.

Rotwild ist sehr weit verbreitet und findet sich sowohl in Europa, Nordafrika und Nordamerika als auch in Asien.
Was die Geweihe angeht, gilt für das Rotwild dasselbe wie für das Damwild – auch diese stoßen die Geweihe ab und sie wachsen größer nach. Das Geweih des Rotwildes hat allerdings keine Schaufeln, sondern Stangen. Diese werden beispielsweise in Kämpfen während der Brunftzeit (Mitte September-Mitte Oktober) eingesetzt, nachdem der Platzhirsch durch Röhren seine Rivalen zum Kampfe herausgefordert hat.

Wer noch etwas Zeit an den beiden Gehegen verbringen möchte, kann sich zum Beispiel auf einer der vielen Bänke niederlassen oder sein Picknick auf einer Picknickbank verzehren. Auch eine kleine Kapelle ist hier zu finden.

Direkt neben dem Rotwild wohnen – kaum zu überhören – die Wildschweine. Das Wildschweingehege gefällt uns richtig gut, weil es einfach sehr artgerecht gestaltet ist. Auch hier haben die Tiere ein sehr großes Gelände. Es gibt viele Büsche, die den Tieren Deckung bieten und Möglichkeiten zum Suhlen. Gerade das Suhlen ist für Wildschweine sehr wichtig, da ihnen die dicke Schlammschicht Schutz vor bspw. Insekten bietet. Aber Achtung Wildschweine – besonders männliche Wildschweine (Keiler) – sind mit Vorsicht zu genießen, da sie ordentlich scharfe Eckzähne (Gewaff) haben.

Auf der gegenüberliegenden Seite nutzen wir an der Trinkstelle des Damwildes doch noch mal die Gelegenheit für ein paar herrliche Aufnahmen. Die drei waren aber auch fotogen und unglaublich nah am Zaun.

Der Weg macht eine Biegung nach rechts und fällt langsam sanft bergab. Während rechts von uns jetzt das Wildschweingehege liegt, befindet sich links das Gehege des Sikawilds.

Sikawild kommt ursprünglich aus Japan und Nordostchina. Seit Ende des 18. Jahrhunderts findet man es aber auch in Europa. Sikawild wechselt im Laufe des Jahres seine Fellfarbe: Im Sommer ist das Fell braun und von hellen Flecken gesäumt. Im Winter verschwinden die Flecken und das Fell wird eher dunkelbraun bis grau.

Auch der Silkahirsch wirft sein Geweih ab. Im Vergleich zu anderen Hirscharten sind die Geweihe von Sikahirschen allerdings deutlich kleiner und nur geringfügig verzweigt.

Bevor der breite Weg uns weiter abwärts ins Tal führt, sehen wir rechts noch eine Futterstation für die Vögel. Gespickt mit Meisenknödeln und Futtermais, den man vorher nicht losgeworden ist, ist hier immer was los. Wir treffen hier auf ein Eichhörnchen, welches allerdings schneller an einem Baum hochjagt, als wir die Kamera bereit haben.

Selbst der Weg runter ins Tal ist sehenswert. Hier trifft man für diese Region typisches Schiefergestein. Sehr beeindruckend finden wir die Wurzeln der Bäume, die hier am Hang abenteuerliche Geflechte zeigen.

Als nächstes kommen wir zu einem Teich. Hier zeigen sich uns bis auf zwei Schildkröten, die fast versteinert wirken, und ein paar Fischen leider kaum Tiere. Dafür ist der Rand wenigstens gesäumt von gelben Sumpfschwertlilien.

Ein leichter Ansteig führt und nun endlich zu den Gehegen, die wir vorhin schon gehört haben – die Volieren. Wir haben großes Glück – ein Pfauenhahn hat gerade ein Rad geschlagen und versucht ein Weibchen durch seinen Balztanz von sich zu überzeugen.

Was alles genau in der letzten Voliere lebt, können wir euch leider nicht verraten. Farblich ist aber nahezu alles vertreten 😀 Und das Gezwitscher ist fast schon ohrenbetäubend – wir haben euch ein kleines Video gemacht, was ihr in dem Video über den Remstecken finden könnt. ( Coming soon ;- ) )

Öffnungszeiten: Der Wildpark ist ganzjährig geöffnet.
Preise: Der Wildpark kostet keinen Eintritt. Die einzigen Unkosten, die man möglicherweise hat, sind 2 Euro für Futtertüten 😉

Ein paar wichtige Hinweise von uns:
– Bitte, bitte nutzt NUR das Futter aus den aufgestellten Futterautomaten, wenn ihr die Tiere füttern wollt ! ! !
– Was ihr in den Wildpark mit rein nehmt, nehmt ihr bitte auch wieder mit raus! Das Gespräch mit Herrn Dötsch hat uns wirklich erschüttert und wir bitten euch inständig euren Müll nicht einfach irgendwo hinzuwerfen! Es gibt wirklich genug Mülleimer entlang des Weges. Und bedenkt einfach, dass ihr dadurch den Tieren schadet könnt!

Viel Spaß wünschen euch,

Eure Sakuschi

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