Keltenwelt am Glauberg

Die kurze Zeit der Lockdownlockerungen im März haben wir direkt für einen Museumsbesuch genutzt und haben uns die Keltenwelt am Glauberg angeschaut.

Die Keltenwelt liegt in Glauburg, mitten in der Wetterau, und ist etwa eine halbe Stunde Fahrtzeit von Frankfurt entfernt.

Bei der Keltenwelt am Glauberg handelt es sich nicht „nur“ um ein Museum, sondern auch um einen 370 000 Quadratmeter großen Archäologischen Park (mit Bergplateau und Grabhügel) und ein angeschlossenes Forschungszentrum.

Zunächst widmeten wir uns bei unserem Besuch dem Museum, welches eine Sammlung europaweit einzigartiger Funde ausstellt – ein Highlight ist sicherlich die Statue des „Keltenfürsten vom Glauberg“. Aber zu dem Highlight kommen wir später.

Direkt am Eingang des Museums erwartet uns ein in Endlosschleife laufender Einführungsfilm, der ein paar grundsätzliche Informationen über das Keltentum zeigt. Hier nehmen wir gerne Platz, um uns noch ein paar Minuten zu informieren, bevor wir mit dem Besuch der Ausstellung starten.

Ein kurzer Informationsfilm am Eingang der Ausstellung erzählt uns etwas über das Keltentum in Europa.

Zwei Fürstenkammern wurden bei Ausgrabungen freigelegt – in beiden fanden sich Waffen und kostbarer (Gold)Schmuck, wie bspw. ein goldener, mit Figuren verzierter Halsring, welcher ein Meisterwerk des keltischen Kunsthandwerkes darstellt. Ein kleines Video, wie der Goldhalsreif sich öffnen lässt, findet ihr hier

Halsring aus dem Fürstengrab

Sicherlich der Höhepunkt der Ausstellung ist allerdings dieses Exponat:

Statue des Keltenfürsten vom Glauberg

Die Sandstein-Statue des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist kaum zu übersehen, da sie lebensgroß ist – und nicht nur das – sie ist auch weltberühmt. Entdeckt wurde sowohl der Keltenfürst aus auch die Gräber von drei Kriegern der keltischen Elite bei Ausgrabungen, welche ab 1994 am Glauberg durchgeführt wurden. Was war aber das Sensationelle an diesem Fund? Der Glauberg liegt am nördlichen Rand der keltischen Welt Europas und sowohl die Entdeckung, dass es hier einen Fürstensitz gab, als auch die reich ausgestatteten Gräber war soweit nördlich völlig unerwartet und unverhofft.

Aber auch sonst barg der Fund einige Besonderheiten. Allen vier Figuren fehlen bspw. die Füße, allerdings wurden Stoff/Lederreste von Schuhen gefunden. Wo die Füße der Statuen sind oder warum sie fehlen, ist bis heute unklar.

Die restlichen Exponate lassen wir euch selbst entdecken 😉

Wir haben in dem Museum ein Zitat entdeckt, was uns sehr gut gefallen und zum Schmunzeln gebracht hat:

Das Keltische gleicht einem Zaubersack, in den man alles hineinstopfen und aus dem man fast alles wieder herausholen kann. (J.R.R. Tolkien)

Bis 31. Oktober 2021 ist im Museum noch eine Themenausstellung (Eintritt in die Sonderausstellung ist im Eintrittspreis enthalten) zum Thema „Keltenwelt Digital – 3D Scanning in der Archäologie“ zu sehen. 3D Scanning dient nicht nur der Dokumentation von archäologischen Funden, sondern auch dazu verlorengegangene Details wieder zu rekonstruieren oder Funktionsweisen darzustellen.

Fazit zum Museumsbesuch:

Die Ausstellung ist zwar relativ klein, aber uns hat es hier richtig gut gefallen. Es ist eben mal nicht so ein Museum, wo man von der immensen Anzahl an Exponaten förmlich erschlagen wird. Man hat Zeit sich alles in Ruhe anzuschauen und die informativen Texte zu den Exponaten zu lesen. Wir haben ca. 1 Stunde im Museum zugebracht.

Was uns hier auch sehr gut gefallen hat, ist die angewandte Museumspädagogik. Um sich bspw. die Lage der Exponate in den Gräbern vorstellen zu können, sind diese vor den Schaukästen auf den Boden projieziert. Es gibt einige versteckte Schubladen (achtet unbedingt auf rote Streifen unter den Schaukästen – hier verstecken sich nämlich Zusatzinformationen). Unser Favorit ist ein großer interaktiver und drehbarer Fernseher, der in Richtung der großen Panoramascheibe ausgerichtet ist – hier kann man sowohl interessante Fakten über die Vergangenheit und die archäologischen Funde als auch über die Gegenwart erfahren. Das Museum ist sowohl für Kinder geeignet, aber auch als Erwachsener hat man hier richtig Spaß und Freude daran in die Geschichte der Kelten einzutauchen.

Interaktives und spielerisches Entdecken von Vergangenheit und Gegenwart

Aber nicht nur die Ausstellung(en) sind einen genauen Blick wert, sondern auch das Museumsgebäude an sich. Die Keltenwelt am Glauberg befindet sich in einem der zur Zeit spektakulärsten Museumsbauten Deutschlands. Entstanden ist das Museum als ein Projekt von kadawittfeldarchitektur Aachen.

Auch der Museumsbau ist eine Sehenswürdigkeit

Unbedingt sollte man durch das große Panoramafenster den Blick sowohl über das Ausgrabungsgelände als auch in die Weitern der Wetterau genießen – bei uns war das Wetter leider absolut miserabel und wir konnten nur beobachten, wie uns Regenfronten sowohl von links als auch von rechts umzingeln 😀

Leider hatte das Museumsbistro während unseres Besuches „nur“ einen To-Go Service im Außenbereich angeboten. Da wir diesen nicht getestet haben, können wir dazu leider kein Fazit an dieser Stelle abgeben.

Was wir aber noch viel mehr bedauerten, war das schlechte Wetter an diesem Tag – wir wären nämlich sehr, sehr gerne noch den 2,2 km langen Rundweg Keltenwelt-Pfad gegangen, der kurz oberhalb des Museums (am Museumsparkplatz) startet. Diese kleine Wanderung haben wir uns aber fest für den Sommer vorgenommen und können euch diese dann hoffentlich hier auf unserem Blog nachreichen.

Unsere geplante Wanderung für den nächsten Besuch!

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Informationen für euch:

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Di – So von 10-18 Uhr
November bis Februar: Di – So von 10-17 Uhr

Mehr Informationen und aktuelle Updates zu eventuell geänderten Öffnungszeiten auf Grund von Corona findet ihr auf der Seite des Museums.

Eintrittskarten von der Keltenwelt am Glauberg

Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem Besuch!
Wart ihr vielleicht schon mal dort? Wir freuen uns, wenn ihr uns schreibt, wie ihr das Museum fandet.

Eure Sakuschi

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